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My Mad Fat Diary (Series)

„Broken people fall into bits sometimes. That’s what they do.“

Ich habe den gestrigen Tag damit verbracht mir die Serie „My Mad Fat Diary“ anzugucken ( Official Site ), die Serie kann man auf Youtube gucken und auch auf diversen anderen Seiten, gerade für Leute aus Deutschland empfehle ich eher eine der anderen Seiten, da bei Youtube extra deutsche Versionen hochgeladen wurden in denen stellenweise Musik fehlt (danke GEMA). Die Serie beruht auf einem Buch (werde es mir wohl nächsten Monat dann auch bestellen).

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5/5 Sterne.

Worum geht es?:
In der Serie geht es um Rae, 16, die nach einem Suizidversuch nach einigen Monaten zum ersten Mal wieder in ihr normales Leben zurückkehrt. Die letzten Monate hatte sie in einer psychiatrischen Anstalt verbracht, da sie generell ein paar Probleme plagen: Übergewicht, Selbstverletzendes Verhalten und Depression. Als ihre Mutter sie abholt und nach Hause fährt trifft sie auf ihre beste Freundin, die mit anderen Leuten unterwegs ist. Wie es kommen muss, muss sie sich ihr stellen und erfährt, dass ihre Mutter allen erzählt hat, dass sie in letzter Zeit in Frankreich war. Ihre Freundin, Chloe, freut sich sie wiederzusehen und lädt sie ein die „Gang“ kennen zu lernen. Die „Gang“ besteht aus 2 Mädchen und 3 Typen. Rae stimmt zu, da sie sich gleich am ersten Tag in einen der Typen verliebt hat, und findet sich mit ein paar Anfangsschwierigkeiten gut ein. Immer wieder plagen sie Selbstzweifel die im Laufe der (leider nur) 6 Episoden mal größer, mal kleiner werden. Sie geht während der gesamten Zeit immer wieder zu ihren Therapy Session zurück in die Klinik, wo sie ein paar Freunde gefunden und ihren Psychologen hat. Rae ist sehr „boy-obsessed“. So ziemlich jedes männliche Wesen ist für sie ein Sexobjekt, so auch einer der Ärzte in der Klinik. Die einzige Person der sie sich zunächst wirklich anvertraut ist Tix. Tix lebt in der Klinik und die beiden treffen sich oft auf dem Mädchenklo und reden über ihre Probleme. Eigentlich besteht ihre Clique in der Klinik aus 3 Personen, dazu kommt noch Danny-2-Head. Die 3 ergeben ein wunderbares Trio dem man gerne zu sieht. Nach und nach entfremdet sich Rae etwas von den beiden und bricht kurzzeitig auch ihre Sitzungen mit Kester, ihrem Psychologen, ab. Einen wichtigen Freund darf man nicht vergessen: ihr Tagebuch. Ihrem Tagebuch vertraut sie alles an und es zieht sich durch die ganze Serie.
Um nicht zu viel vorweg zu nehmen belasse ich es mal hierbei.

Besetzung:
Einfach nur wow. Ich glaube ich habe noch nie eine so gut besetzte Serie gesehen. Ich kann mir für keine der Rollen irgendeinen anderen Schauspieler vorstellen. Die Schauspieler sind alle überzeugend und füllen ihre Rollen aus. Da ich die Serie auf Englisch gesehen habe, kann ich sagen, dass es sich auf alle Fälle lohnt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einer deutschen Fassung die Schauspieler so gut rüberkommen. Die Sprache macht da doch schon sehr viel aus, gerade wie die Schauspieler teilweise Wörter betonen etc.

Meine Meinung:
Alle 6 Folgen am Stück geguckt, sollte schon einiges sagen. Von der ersten Episode an war ich begeistert und wollte den Rest sehen. Man wird, wenn man sich auf die Serie einlässt, auf eine Gefühlsachterbahn mitgenommen. Im einen Moment hatte ich Tränen in den Augen und im nächsten habe ich mich schlapp gelacht. Obwohl die Serie hauptsächlich aus ernsten Themen besteht, hat sie auch sehr viele lustige Momente. Immer wieder geht es auch einfach um Liebe und Freundschaft und wie man mit dem ganzen Mist fertig werden soll. Ich würde behaupten, dass sich jeder in dieser Serie wiederfinden kann. Es gibt nicht die typischen Stereotypen, es gibt Leute die kämpfen. Es gibt Leute die stark scheinen und dann doch zerbrechen. Hinter jedem Menschen steckt etwas noch viel größeres und genau dass kommt in dieser Serie so gut heraus ohne gekünstelt zu wirken. Viele Sachen die passieren erwartet man nicht, manche kann man hervor sehen und immer wieder befindet man sich in der selben Situation und fragt sich, wie hätte ich reagiert? Was hätte ich gemacht, wenn ich in dieser Situation wäre?
Als jemand der den Großteil der Probleme dieser Serie selbst erlebt hat, kann ich sagen, dass diese Serie nicht oberflächlich dran geht und auch nicht belehrend wirkt. Es zeigt wirklich wie es in jemanden aussehen kann, der sich durchs Leben kämpft. Man macht sich zu viele Sorgen und man denkt von sich selbst nur das geringste. Und obwohl manche es vielleicht als weinerlich bezeichnen würden, wie Rae sich stellenweise verhält, ist es meiner Meinung nach nicht übertrieben. Es ist genau richtig.
Auch die Nebenstories sind so schön ausgearbeitet. Gerade die Geschichte um Tix, über die man leider nicht so viel erfährt, ist wunderschön tragisch und man schließt Tix sofort ins Herz. Auch Danny ist wunderbar. Man möchte, dass es den beiden gut geht und man wünscht sich von ganzem Herzen das alles gut wird. Auch die Stories um die Gang herum sind alle gut konzipiert und auch wenn man bei manchen Sachen denkt, dass die Person es verdient hat, fühlt man dennoch mit ihnen mit und wünscht ihnen eigentlich doch nichts Böses.
Alles in allem ist die Serie wunderbar für Leute mit Problemen, aber auch für Leute ohne Probleme. Was nicht heißen soll, dass die Serie sich darauf konzentriert. Immer wieder zeigt die Serie wie Rae sich selbst sieht und wie sie eigentlich ankommt. Es zeigt, dass ihr negatives Selbstbild ihr viel kaputt machen kann, wenn sie es zulässt. Es zeigt wie andere Leute sie mögen, wenn sie einfach nur sie selbst ist. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder geht damit anders um. Und das wichtigste was diese Serie übermittelt ist, dass es okay ist nicht okay zu sein. Nur weil man anders ist und sich selbst nicht mag, bedeutet es nicht, dass andere es genauso sehen.

„I like that you’re a mess. That makes you real. Like us.“

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